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Veröffentlicht: 11.10.2011, 15:37 Uhr

Aktenpuzzle gegen das Vergessen Die Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen, Marianne Birthler, nimmt hinter geschredderter F.A.Z. Platz.

Die einen jagten sie durch den Schredder oder zerrissen sie per Hand, die anderen setzten sie in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammen - heute sind die Stasiunterlagen unverzichtbare Zeugnisse der DDR-Diktatur. Für die Kluge-Köpfe-Kampagne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sich die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Marianne Birthler, hinter einer zerschredderten und wieder zusammengesetzten F.A.Z. ablichten lassen.

© Scholz & Friends Das neue Kampagnenmotiv: Marianne Birthler

Den Anlass für das aktuelle Kampagnenmotiv bieten die Besetzungen der Stasidienststellen vor 20 Jahren. „Durch diesen mutigen Schritt rettete das Volk große Teile der Stasiunterlagen vor der Vernichtung. Diese Akten sind bedeutende Belege des Unrechts, das zahlreichen Menschen in der DDR widerfahren ist. Es ist wichtig, dass dieser Aspekt der DDR-Geschichte nicht in Vergessenheit gerät“, sagte Marianne Birthler am Rande der Fotoaufnahmen. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern kämpft die Hüterin der Stasiakten seit rund zehn Jahren gegen das Vergessen. Aus unzähligen Säcken voller Papierschnipsel sind in teilweise langwieriger Puzzlearbeit wieder leserliche Dokumente entstanden. Über 1,7 Millionen Menschen haben bereits Antrag auf Akteneinsicht gestellt. „Das heißt, 1,7 Millionen Menschen haben irgendwann einmal nein zum Vergessen und zum Schweigen gesagt“, so Birthler. Am 15. Januar 1990 erstürmten Demonstranten das Hauptquartier der DDR-Staatssicherheit in der Berliner Normannenstraße. Die Menge hinderte Mitarbeiter der Stasizentrale daran, mit der bereits begonnenen Zerstörung der Unterlagen fortzufahren. Auf diese Weise konnte ein großer Teil der Stasiakten gerettet werden - und gibt heute Einblick in die DDR-Vergangenheit.

© Amélie Losier

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